Shopmigration
Die 7 häufigsten Fehler bei der Shopmigration
Eine Shopmigration macht ein Unternehmen nur alle paar Jahre. Genau deshalb passieren immer wieder dieselben Fehler. Die gute Nachricht: Fast alle lassen sich vermeiden, wenn man sie kennt, bevor das Projekt startet.
Hier sind die sieben Fehler, die ich in Migrationsprojekten am häufigsten sehe.
1. Das System wird gewählt, bevor die Anforderungen klar sind
Viele Projekte starten mit der Frage „Shopify oder Shopware?“. Die bessere erste Frage lautet: Was muss der neue Shop eigentlich können?
Welche Prozesse laufen heute über den Shop? Welche Systeme hängen daran, vom ERP bis zum Versand? Was soll in drei Jahren anders sein? Erst wenn das auf dem Tisch liegt, lässt sich ein System sinnvoll vergleichen. Wer andersherum vorgeht, passt am Ende seine Abläufe an die Software an, statt umgekehrt.
2. Die Empfehlung kommt vom Systempartner
Agenturen und Systempartner kennen ihr System sehr gut. Das ist ihre Stärke, aber auch ihr blinder Fleck: Sie empfehlen fast immer das, womit sie arbeiten. Deine bestehende IT, deine Daten und die Abläufe deines Teams schauen sie sich vor der Empfehlung selten genau an.
Hol dir deshalb vor der Systemwahl eine neutrale Einschätzung, von jemandem, der an kein System gebunden ist und an keiner Lizenz mitverdient.
3. Die Daten werden erst am Ende angefasst
Der Shop ist nur die sichtbare Oberfläche. Darunter liegen Produktdaten, Kundendaten, Bestellhistorie und viele kleine Verbindungen zu anderen Systemen. In fast jeder Migration zeigt sich: Die Daten sind nicht so sauber, wie alle dachten. Dubletten, leere Pflichtfelder, Varianten, die jeder anders angelegt hat.
Wer die Datenqualität erst kurz vor dem Go-live prüft, hat keine Zeit mehr, sie zu verbessern. Dann wird das Chaos einfach in das neue System kopiert. Plane die Bereinigung deshalb als eigenen Arbeitsschritt ganz am Anfang ein.
4. Schnittstellen werden unterschätzt
ERP, PIM, Warenwirtschaft, Versanddienstleister, Marktplätze, Zahlungsanbieter: Ein gewachsener Shop hat oft mehr Verbindungen, als irgendwer aufzählen kann. Jede davon muss im neuen System neu gebaut, getestet und überwacht werden.
Erstelle früh eine vollständige Liste aller Schnittstellen, mit Zuständigen und Datenflüssen. Sie ist die Grundlage für jede realistische Zeit- und Budgetplanung.
5. SEO wird beim Umzug vergessen
Neue URL-Struktur, neue Kategorien, neue Produktseiten: Wenn beim Go-live die alten Adressen ins Leere laufen, verliert der Shop über Nacht Sichtbarkeit bei Google. Das wieder aufzuholen dauert oft Monate.
Plane die Weiterleitungen von Anfang an mit, übernimm Seitentitel und Beschreibungen und prüfe nach dem Go-live, ob Google die neuen Seiten richtig erfasst.
6. Niemand hält die Fäden zusammen
Bei einer Migration arbeiten viele Beteiligte gleichzeitig: Agentur, interne IT, Marketing, Einkauf, Logistik und oft noch externe Dienstleister. Ohne eine Person, die den Überblick behält, Entscheidungen einfordert und Termine nachhält, verschieben sich Aufgaben zwischen allen Stühlen.
Diese Rolle braucht Zeit und Erfahrung. Läuft sie nebenbei mit, rächt sich das spätestens in der heißen Phase vor dem Go-live.
7. Das Team wird nicht mitgenommen
Der neue Shop ist live, die Agentur ist weg, und das Team steht vor einem System, das es nicht kennt. Dann landen einfache Aufgaben wieder bei externen Dienstleistern, und die erhoffte Entlastung bleibt aus.
Schulung und Dokumentation gehören deshalb fest in den Projektplan, nicht als Extra am Ende. Ziel ist ein Team, das den neuen Shop selbst im Griff hat.
Fazit: Eine gute Migration beginnt vor dem ersten Angebot
Die meisten dieser Fehler haben eine gemeinsame Ursache: Das Projekt startet, bevor klar ist, wo man eigentlich steht. Eine ehrliche Bestandsaufnahme von Systemen, Daten und Prozessen kostet am Anfang wenig Zeit und spart später viel Geld.
Wenn du gerade vor einer Migration stehst und wissen willst, wo die Risiken bei dir liegen, lass uns sprechen. In 30 Minuten bekommst du eine erste Einschätzung.